Das neue Pfabü zum Thema «125 Jahre Kirchenchor» ist erschienen

16.06.2017

Editorial

Es gibt noch Fotos, wie der kleine Stefan an der Kirchenorgel von St. Josef in Dietikon sitzt und spielt. O ja, unzählige Stunden verbrachte ich in meiner Jugendzeit beim Orgelspiel – in der Kirche.  Sie wurde mir gleichermassen zum musikalischen Übungsraum und religiösen Erfahrungsraum, wo ich zu begreifen begann, dass es mehr gibt, als was wir sehen oder begreifen können. Ich wurde ergriffen: aber von was, von wem?

Kirche und Musik, Musik und Kirche sind für mich ein unzertrennliches Geschwisterpaar. Und Komponisten wie Bruckner und Bach stehen als Paten an meinem Glaubensweg. Und dann gab es Momente, da hielten sich Hände und Füsse auf Manual und Pedal nicht mehr an Noten, sondern gingen ganz eigene Wege. Die Töne wurden zum geheimen Dialog: mit was, mit wem?

Schon bald blieb es nicht beim Üben in der leeren Kirche und es begann meine «Karriere» als Hilfsorganist in St. Josef und St. Agatha, Dietikon. Was für spezielle Momente ergaben sich im Zusammenspiel mit der singenden Gemeinde oder einem Chor!  Was für ein Erlebnis, wenn Hände und Füsse ihre je eigenen Wege gehen und zusammen einen Wohlklang, eine Klangwelt ergeben, in der das Leben zu Hause ist!

Gerade packt mich ein wenig Wehmut. Inzwischen sitze ich nicht mehr oben auf der Empore auf der Orgelbank, sondern stehe unten an Altar und Ambo. Hab’ also die Seite gewechselt und freue mich nunmehr am Spiel von unseren Organisten/unserer Organistin und am Gesang von Chor und Solisten. Geblieben ist meine Dankbarkeit für das Geschenk der (Kirchen-)Musik. Habt ihr es gehört, liebe SängerInnen, OrganistInnen und DirigentInnen – schön, dass es euch gibt! 125 Jahre Kirchenchor St. Peter und Paul – wie viele religiöse Erlebnisse wurden dadurch möglich, von euch mitgetragen!

Für die Redaktion
Stefan Staubli

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