Pfarrei St. Peter und Paul Winterthur

Laurentius von Rom

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(Text aus Pfabü 107: Stadt-Menschen)

sts| Laurentius von Rom war ein richtiger Stadtmensch. Weil sein Name am wahrscheinlichsten «Der Mann aus Laurentum» bedeutet, könnte Laurentius auch aus dieser gleichnamigen Ortschaft gestammt haben, die bei Rom lag. So oder so, sein eigentlicher Wirk- und Sterbeort als christlicher Märtyrer war Rom, wo er am 10. August 258 qualvoll durch Grillieren auf einem eisernen Gitterrost hingerichtet wurde. Von daher rührt ein weiterer Name: Laurentius mit dem Roste. Und so wird er in unserer Kirche auf dem rechten Seitenalter, neben dem heiligen Josef stehend auch dargestellt: Gitterrost und Märtyrerpalme in der Hand, gekleidet als Diakon. Schon in der Frühzeit des Christentums galt Laurentius als bedeutender Heiliger. Die später über dem Grab des Laurentius gebaute Kirche und eine weitere Basilika davor sind seit dem frühen Mittelalter zu einer einzigen Kirche, San Lorenzo fuori le mura, zusammengefasst. Sie zählt bis auf den heutigen Tag zu den sieben Pilgerkirchen von Rom und bezeugt so noch heute das aussergewöhnliche Ansehen des Laurentius, der oft sogar als Stadtpatron Roms betrachtet wird.

Er ist der Schutzpatron der BibliothekarInnen, ArchivarInnen, Studierenden sowie vieler, die etwas mit Feuer zu tun haben, etwa der Bierbrauer, WäscherInnen, BüglerInnen und Köche. Bei Hexenschuss, Ischias- und Hautleiden wird er ebenfalls angerufen. Insbesondere sein Sterben ist legendarisch überliefert und übermittelt durchaus eine zeitlos wichtige Botschaft: So war Laurentius als Erzdiakon von Rom in Vertretung des Papstes für die Verwaltung des örtlichen Kirchenvermögens und seine Verwendung zu sozialen Zwecken zuständig. Nachdem der römische Kaiser Valerian Papst Sixtus hatte enthaupten lassen, wurde Laurentius aufgefordert, alles Eigentum der Kirche innerhalb von drei Tagen herauszugeben. Daraufhin verteilte Laurentius das Vermögen an die Mitglieder der Gemeinde, versammelte alle Armen und Kranken und präsentierte sie dem Kaiser als den «wahren Schatz der Kirche». Ihn selber sollte diese Verteilaktion das eigene Leben kosten. Offenbar war er bereit dazu – im Glauben an Jesus Christus hatte er zu anderen Wertmassstäben gefunden.