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Neues Pfabü zum Thema «begleitet sein»

30.06.2022

Editorial

Ich möcht, dass einer mit mir geht, der’s Leben kennt, der mich versteht, der mich zu allen Zeiten, kann geleiten. … Es heisst, dass einer mit mir geht. 

Das bekannte Lied bringt das urmenschliche Bedürfnis zum Ausdruck, «in den dunklen Stunden» nicht allein, sondern begleitet zu sein von jemandem, der «zu uns steht», mit uns verbunden ist. Das Lied nennt auch den Namen dessen, der diese Erwartung zu erfüllen vermag: «Sie nennen ihn den Herren Christ». In der Tat ist es Jesus selbst, der bei der Sendung seiner Jünger «zu allen Völkern» diesen seinen persönlichen Beistand zusichert: «Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.» (Mt 28,20)

Auch der Verfasser von Psalm 23 («Der Herr ist mein Hirte»), einige Jahrhunderte früher verfasst als der Evangeliumstext, weiss: er ist nicht allein: «Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.» Die Unbekümmertheit des Psalmisten hat ihren Grund in der Beistandszusicherung Jahwes gegenüber «seinem» Volk Israel: «Hiermit schliesse ich meinen Bund mit euch und euren Nachkommen.» (Gen 9,9) Der ursprünglich mit Noah geschlossene Bund wird später mit Abraham und Mose erneuert. In der Erzählung vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten führt, schützt und begleitet Gott sein Volk durch zwei besondere Erscheinungen: eine Feuersäule und eine Rauch- oder Wolkensäule. «Der Herr zog vor ihnen her, bei Tag in einer Wolkensäule, um ihnen den Weg zu zeigen, bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten.» (Ex 13,21)

Wir Menschen sind in Gottes Hand. Auf Ihn, Gott, dürfen wir uns getrost verlassen: «Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen. Sie tragen dich auf ihren Händen, damit dein Fuss nicht an einen Stein stösst.» (Ps 91) Der Glaube an einen persönlichen Schutzengel, der über jedem Menschen wacht, wurzelt in der Aussage Jesu: «Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch, ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.» (Mt 18,10) Die Tatsache, dass mehr Menschen an Schutzengel als an einen Gott glauben, hat damit zu tun, dass Engel «greifbarer» sind als Gott.

Im vorliegenden Heft lesen Sie über ganz unterschiedliche Formen des Begleitet-Seins innerhalb der Pfarrei. Auf das Wirken von Pfarrer Hugo Gehring, der nach 22 Jahren sein Amt abgibt, blicken wir in grosser Dankbarkeit später zurück. 

Für die Redaktion
Otto Dudle

 

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