Neues Pfabü zum Thema «Wo bleibt denn das Positive?»

12.02.2021

Editorial

Im Büchergestell meiner Eltern gab es einen Sammelband mit Gedichten von Erich Kästner, den ich schon als Kinderbuchautor verehrte. Er hiess: „Bei der Durchsicht meiner Bücher“. Darin habe ich oft geschmökert. Viele Texte haben mich stark angesprochen. Neben anderen ist mir einer besonders in Erinnerung geblieben, überschrieben mit dem Titel: „Und wo bleibt das Positive, Herr Kästner?“ Die nächste Zeile, typisch für den oft sarkastischen Lyriker, lautet: "Ja, weiss der Teufel, wo das bleibt!“ Kästner geht es in diesem Gedicht um die häufig an ihn gerichtete Kritik, dass er nur dunkle Seiten der Welt und des Lebens in seinen Versen zur Sprache bringt. Er antwortet schlicht: „Die Zeit ist schwarz, ich mache euch nichts weis.“ So weit die erschreckend düstere Sicht meines Lieblingsschriftstellers aus Kindertagen.

Spontan ist mir diese Gedichtzeile in den Sinn gekommen, als wir im wunderbar kreativen Redaktionsteam über das Thema dieses Pfabüs beraten haben. Es gibt eine Menge negativer Berichterstattung über die Kirchen, besonders die katholische. Viel davon ist sogar berechtigt, muss ich zugeben. Jüngst ist die leider nicht zustande gekommene Bischofswahl in Chur (am 23. November) Anlass gewesen für Schlagzeilen, die unsere Kirche mit Grund in schlechtem Licht erscheinen lassen.

Daher die Idee, sich auf Pfarreiebene für den Inhalt dieses Pfabüs zu fragen, welche positiven Erfahrungen wir denn mit unsererm lokalen Kirche-Sein verbinden. Recht schnell ist eine ziemlich umfangreiche Liste von Ansatzpunkten entstanden, von denen wir annehmen, sie geben echt gute Seiten des konkreten Pfarrei-Erlebens wieder.

Nun legen wir diese Pfabü-Nummer mit einer Reihe von Artikeln von aktiven Pfarreimitgliedern vor, die in Bezug auf unsere Ortskirche freudig und zufrieden klingen. Wir wollen damit nicht die vorhandenen Missstände und den dringlichen Reformbedarf der Institution „katholische Kirche“ vertuschen oder gar leugnen. Aber wir lassen uns den Spass an manchen Aktivitäten unserer örtlichen Glaubensgemeinschaft auch nicht einfach „vermiesen“. Es soll ein „Mutmacher-Heft“ sein, das zur hoffentlich aufheiternden Lektüre einlädt.

 

Im Namen der Redaktion

Hugo Gehring

 

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