Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser
Wir haben das Thema für diese Pfarreibulletin-Nummer nicht selbst erfunden, sondern vorgefunden in den Unterlagen für die diesjährige Fastenaktion. Zunächst und vordergründig geht es um Saatgut, Biodiversität und Ernährungssicherheit für zukünftige Generationen. Dazu liegen bedenkliche Fakten vor: Laut Schätzungen der Welternährungsorganisation sind in den letzten 100 Jahren 75 Prozent aller Kulturpflanzen verloren gegangen, in der EU sogar über 90 Prozent. Eine Konzentration auf wenige gewinnbringende Sorten und Kulturen gefährdet die Biodiversität und Ernährungssicherheit der ganzen Menschheit. Dabei wollen wir, zusammen mit der diesjährigen ökumenischen Kampagne nicht stehen bleiben, sondern vielmehr «Zukunft säen» und uns so entschieden dem latenten Gegenwartsempfinden entgegen stellen, das von Zukunftsängsten und einer No-Future-Stimmung geprägt ist.
«Zukunft säen». Da wird moniert, dass wir der Zukunft nicht einfach ausgeliefert sind, sie vielmehr mitgestalten können. Denn Zukunft wird im Heute gesät und das Heute ist das Einzige, das wir in Händen haben und zu einem guten Teil so und anders «händeln» können.
«Zukunft säen» ist ein eindringlicher Appell, die Gegenwart nicht zu verschlafen. Es ist zugleich ein Aufruf, den zukünftigen Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. Ist es nicht eine schöne, geradezu erhebende Vorstellung, dass wir alle Säfrauen und Sämänner der Zukunft sind: mit jeder unserer Taten, unseren Worten und Gedanken?
Und eine letzte Frage: Ist uns jemals in den Sinn gekommen, den Glauben als ein solches Saatgut zu sehen, mit dem wir Zukunft säen?
Eine besinnliche Fastenzeit wünscht Ihnen im Namen der Redaktion
Pfr. Stefan Staubli
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